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Stop Herdbrand-Blog mit wissenswerten Informationen zu den Themen Brandschutz in der Küche, Installation von Herdwächter, Verhalten im Brandfall und aktuellen Fachthemen.

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© Stop Herdbrand / Netzwerk für Brandschutz in der Küche
13. Mai 2026

Wie kann ich ältere Angehörige unterstützen: Mehr Sicherheit im Alltag

Viele Menschen möchten ihre älteren Eltern, Großeltern oder andere Angehörige im Alltag unterstützen, wissen aber nicht immer, wo sie anfangen sollen. Schon kleine Maßnahmen können viel bewirken und für mehr Sicherheit und mehr Selbstständigkeit sorgen.

Mit zunehmendem Alter können alltägliche Situationen schneller zu Risiken werden, zum Beispiel durch nachlassendes Sehen, eingeschränkte Mobilität, Gedächtnisprobleme oder eine langsamere Reaktionsfähigkeit. Deshalb lohnt es sich, den Haushalt regelmäßig gemeinsam auf mögliche Gefahren zu überprüfen.

Den Haushalt sicherer machen

Regelmäßige Besuche sind eine gute Gelegenheit, praktische Unterstützung anzubieten. Dabei geht es nicht darum, Selbstständigkeit einzuschränken, sondern Risiken frühzeitig zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu finden.

Ein kurzer Sicherheitscheck kann helfen:

  • Funktionieren die Rauchmelder?
  • Sind Flure und Fluchtwege frei von Stolperfallen?
  • Ist die Beleuchtung ausreichend?
  • Gibt es lose Kabel oder beschädigte Elektrogeräte?
  • Sind Herd und Küchengeräte sicher nutzbar?

Oft lassen sich Gefahren mit einfachen Mitteln reduzieren: ein defektes Kabel austauschen, rutschende Matten entfernen, zusätzliche Beleuchtung anbringen oder Fluchtwege freiräumen.

Besonders wichtig: die Küche

Die Küche gehört zu den größten Risikobereichen im Haushalt. Knapp die Hälfte aller Brände entsteht dort. Gleichzeitig sind ältere Menschen besonders gefährdet: 61% der Brandopfer in Deutschland sind älter als 60 Jahre.

Beim Kochen können schnell gefährliche Situationen entstehen, wenn ein Topf vergessen wird, Fett überhitzt oder eine Herdplatte versehentlich eingeschaltet bleibt. Gerade bei nachlassender Wahrnehmung, Gedächtnisproblemen oder eingeschränkter Mobilität kann es schwer sein, rechtzeitig zu reagieren.

Saskia Weiß, Geschäftsführerin der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. erklärt:

Viele möchten ältere Angehörige unterstützen, wissen aber nicht immer, wo sie anfangen sollen. Gerade in der Küche können schon kleine Einschränkungen im Gedächtnis, beim Sehen oder in der Reaktionsfähigkeit zu gefährlichen Situationen führen. Deshalb ist es wichtig, Risiken frühzeitig zu erkennen und praktische Lösungen zu nutzen, die im Alltag unterstützen.“

Herdwächter können Brände verhindern

Eine wirksame präventive Lösung sind sogenannte Herdwächter. Sie überwachen das Kochgeschehen über einen Sensor oberhalb des Kochfeldes. Erkennt das System eine gefährliche Temperaturentwicklung, ertönt zunächst ein Warnsignal. Erfolgt keine Reaktion, wird das Kochfeld automatisch abgeschaltet.

So kann ein Küchenbrand verhindert werden, bevor Menschen in Gefahr geraten.

Auch die Feuerwehr empfiehlt Herdwächter als wichtigen Baustein im modernen Brandschutz. Hermann Schreck, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, sagt:

Herdwächter sind ein sehr gutes Beispiel für modernen Brandschutz. Sie setzen genau dort an, wo in vielen Haushalten ein hohes Risiko besteht: in der Küche. Wenn eine gefährliche Situation erkannt und die Kochplatte automatisch abgeschaltet wird, kann ein Brand verhindert werden, bevor Menschen überhaupt in Gefahr geraten.

Förderung durch die Pflegekasse prüfen

Herdwächter sind als technische Pflegehilfsmittel anerkannt. In vielen Fällen kann die Pflegeversicherung die Kosten für Anschaffung und Einbau übernehmen. Voraussetzung ist in der Regel ein vorhandener Pflegegrad.

Der Antrag kann durch die pflegebedürftige Person selbst, Angehörige, Pflegefachkräfte oder den Medizinischen Dienst gestellt werden. Alternativ können Herdwächter auch als wohnumfeldverbessernde Maßnahme bezuschusst werden.

Kleine Schritte, große Wirkung

Wer ältere Angehörige unterstützen möchte, muss nicht alles auf einmal verändern. Oft reicht es, aufmerksam hinzuschauen, gemeinsam über Risiken zu sprechen und Schritt für Schritt Verbesserungen umzusetzen.

Ein sicherer Haushalt bedeutet mehr Schutz und zugleich mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität.